Aktualisiert: Februar 2026 | Lesezeit: 12 Min. | Basis: Gutachterausschuss München Bodenrichtwertkarte 2024, §§ 196–197 BauGB, ImmoWertV 2021, BayBodSchG, Statistisches Amt München, Stichtag 01.01.2024
Was ist der Unterschied zwischen Bodenpreis und Bodenrichtwert?
Der Bodenrichtwert (§ 196 BauGB) ist ein Durchschnittswert pro m², ermittelt vom Gutachterausschuss aus tatsächlichen Kaufpreisen. Der Bodenpreis ist der individuelle Marktwert – beeinflusst von Lage, Zuschnitt, Erschließung, Bebauungsplan und Nachfrage. In München liegt der tatsächliche Verkaufspreis oft 10–30 % über oder unter dem Bodenrichtwert. Eine kostenlose Immobilienbewertung zeigt den realen Marktwert.
Ist Bodenrichtwert gleich Verkaufspreis?
Nein – der Bodenrichtwert ist ein statistischer Referenzwert, kein Verkaufspreis. Er bildet den Durchschnitt vergangener Transaktionen in einer Zone. Individuelle Faktoren wie Eckgrundstück, Altlasten, Baurecht (GFZ/GRZ) oder Himmelsrichtung werden nicht berücksichtigt. In München weichen Verkaufspreise um ±15–30 % vom Bodenrichtwert ab. Alle Faktoren der Immobilienbewertung im Detail.
Wie viel kostet 1 qm Ackerland in Bayern?
Durchschnittlich 8–15 €/m² für landwirtschaftliche Nutzfläche in Bayern (Landwirtschaftskammer 2024). In Oberbayern/München-Umland deutlich höher: 20–60 €/m² durch Spekulationsdruck und Bauerwartungsland. Sobald eine Umwidmung zu Bauland erfolgt, steigt der Wert auf 800–3.000 €/m² – ein Faktor 50–200. Entscheidend ist der Flächennutzungsplan der Gemeinde.
Wie finde ich den Wert eines Grundstücks heraus?
Drei Wege: 1. Bodenrichtwertkarte einsehen (BORIS Bayern, kostenlos, aber nur Durchschnitt). 2. Gutachten beauftragen (2.000–5.000 €, gerichtsfest). 3. Professionelle Markteinschätzung durch einen Makler (kostenlos, marktbasiert). Für Münchner Grundstücke empfehlen wir eine Immobilienbewertung Bayern mit aktuellen Vergleichsdaten.
Warum gibt es zwei Bodenrichtwerte?
Weil der Gutachterausschuss zonenweise bewertet – und ein Grundstück kann an der Grenze zweier Zonen liegen. Zudem gibt es den entwickelten Bodenrichtwert (erschlossenes Bauland) und den Bodenrichtwert für Rohbauland (noch nicht erschlossen). In München kommen Sonderzonen hinzu: Gewerbe, Mischgebiet, Sondernutzung. Der Unterschied kann 300–1.500 €/m² betragen.
Wie berechnet man den Bodenpreis des Grundstücks?
Grundformel: Grundstücksfläche (m²) × Bodenrichtwert (€/m²) × individuelle Anpassung. Anpassungsfaktoren: Geschossflächenzahl (GFZ), Grundflächenzahl (GRZ), Zuschnitt, Himmelsrichtung, Erschließung, Altlasten, Denkmalschutz. In München kann die Anpassung den Wert um ±30 % verschieben. Der Rechner unten hilft bei der Ersteinschätzung.
Was ist höher, Bodenrichtwert oder Verkehrswert?
Der Verkehrswert liegt in München meist 10–20 % über dem Bodenrichtwert – weil der Bodenrichtwert ein Durchschnitt ist und Münchner Grundstücke hohe Nachfrage haben. Ausnahmen: Grundstücke mit Altlasten, ungünstigem Zuschnitt oder eingeschränktem Baurecht können unter dem Bodenrichtwert liegen. Bei aktueller Marktlage München steigen die Verkehrswerte wieder.
Wie wird der Bodenwert eines Grundstücks ermittelt?
Der Gutachterausschuss sammelt alle Kaufverträge eines Jahres (in München ~8.000/Jahr), wertet sie nach Bodenrichtwertzonen aus und ermittelt den Ø-Preis pro m². Das Verfahren ist im BauGB §§ 192–199 und der ImmoWertV geregelt. Stichtag: 01.01. – die Werte spiegeln das Vorjahr wider. In München aktualisiert der Gutachterausschuss alle 2 Jahre.
Der Münchner Grundstücksmarkt hat seit dem Rekordjahr 2021 eine dramatische Korrektur erlebt: Die Transaktionszahl fiel um 37 %, der Geldumsatz brach um 60 % ein. 2024 zeigt sich eine Stabilisierung – die Talsohle scheint durchschritten.
| Jahr | Transaktionen | Veränd. | Geldumsatz (Mrd. €) | Veränd. |
|---|---|---|---|---|
| 2021 | 13.089 | +9,7 % | 18,85 | +35,2 % |
| 2022 | 9.287 | −29,0 % | 11,92 | −36,7 % |
| 2023 | 8.177 | −12,0 % | 7,54 | −36,7 % |
| 2024 (Prognose) | ~8.500 | +4 % | ~8,2 | +9 % |
Wohnbauland in München hat seit 2021 20 % an Wert verloren – bei gleichzeitig leichter Erholung im Gewerbesektor. Die Schere zwischen Wohn- und Gewerbebauland hat sich dadurch verringert. Entscheidend für den individuellen Grundstückswert sind Lage, Bebaubarkeit und Erschließung.
| Nutzungsart | 2021 (€/m²) | 2022 | 2023 | 2024 (Prog.) | Trend |
|---|---|---|---|---|---|
| Individueller Wohnungsbau | 2.500 | 2.400 | 2.000 | ~2.050 | → Stabilisierung |
| Geschosswohnungsbau | 3.200 | 2.900 | 2.400 | ~2.500 | ↑ leicht steigend |
| Gewerbebauland | 750 | 620 | 720 | ~750 | ↑ Erholung |
| Ackerland (Umland) | 25 | 30 | 35 | ~40 | ↑ +15 %/Jahr |
Die Bodenrichtwerte in München variieren um Faktor 6 – von 1.200 €/m² in Feldmoching bis 7.500 €/m² in Altstadt-Lehel. Die Tabelle zeigt Richtwerte für individuellen Wohnungsbau (erschlossenes Bauland):
| Stadtteil | BRW 2022 (€/m²) | BRW 2024 | Veränd. | Lagequalität |
|---|---|---|---|---|
| Altstadt-Lehel | 8.500 | 7.500 | −12 % | 🏆 Premium |
| Bogenhausen | 5.500 | 4.800 | −13 % | Premium |
| Nymphenburg | 4.800 | 4.200 | −13 % | Sehr gut |
| Schwabing-West | 5.200 | 4.500 | −13 % | Sehr gut |
| Sendling | 3.200 | 2.800 | −13 % | Gut |
| Giesing | 2.800 | 2.400 | −14 % | 📈 Aufsteiger |
| Feldmoching | 1.500 | 1.200 | −20 % | 💰 Preis-Leistung |
Hinweis: Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte für erschlossenes Wohnbauland. Individuelle Grundstücke können erheblich abweichen. Amtliche Richtwerte: BORIS Bayern. Quelle: Gutachterausschuss München, Stichtag 01.01.2024.
Berechnen Sie eine Ersteinschätzung des Grundstückswerts – basierend auf Bodenrichtwert, Fläche und individuellen Faktoren:
Fläche: 500 m²
× Bodenrichtwert: 2.400 €/m²
= Basiswert: 1.200.000 €
GFZ-Faktor: 1,0
Anpassung: ±0 %
1.200.000 €
= 2.400 €/m²
💡 Hinweis: Dies ist eine Ersteinschätzung. Der tatsächliche Marktwert kann ±30 % abweichen – eine professionelle Bewertung schafft Klarheit.
Nach der schärfsten Korrektur seit 30 Jahren stabilisieren sich die Münchner Bodenpreise 2024/2025. Die Prognose für die nächsten Jahre basiert auf sinkenden Zinsen, anhaltendem Wohnungsmangel und begrenztem Bauland:
Wohnbauland: ±0 bis +3 %. Die Talsohle ist durchschritten, aber die Erholung ist langsam. Geschossbauland profitiert stärker von sinkenden Zinsen und steigender Mietnachfrage.
Erwartung: +3–5 % bei Wohnbauland. Zinsen sinken auf 3,0–3,5 %, Baugenehmigungen auf Tiefstand = weniger Angebot. Grundstücke in guten Lagen werden wieder aktiv nachgefragt.
Kumuliert +8–15 % ab 2024. Die Flächen-Knappheit (310 km² Stadtgebiet) treibt Preise langfristig. Bauerwartungsland im Umland gewinnt an Bedeutung – teils +20 %/Jahr bei Umwidmung.
Der Bodenrichtwert ist ein Orientierungswert – Ihr Grundstück kann 15–30 % mehr oder weniger wert sein. Lassen Sie den individuellen Marktwert professionell ermitteln, bevor Sie Entscheidungen treffen.
GFZ und GRZ bestimmen die bebaubare Fläche – und damit den Wert. Ein Grundstück mit GFZ 2,4 ist doppelt so viel wert wie eines mit GFZ 0,8. Änderungen im B-Plan können den Wert über Nacht verdoppeln.
Altlastenverdacht senkt den Grundstückswert um 20–50 %. Ein Bodengutachten (1.500–3.000 €) schafft Klarheit. In München besonders relevant: ehemalige Gewerbeflächen, Tankstellen, Gärtnereien.
Nicht erschlossene Grundstücke kosten 40–80 €/m² Erschließungsbeitrag (Kanal, Straße, Wasser). In München kommen Herstellungsbeiträge für Entwässerung dazu. Das kann bei 500 m² = 20.000–40.000 € bedeuten.
Die Bodenpreise haben die Talsohle durchschritten. Wer in der Erholungsphase verkauft, profitiert von steigender Nachfrage bei noch moderaten Preisen. Die nächste Bodenrichtwert-Aktualisierung kommt erst 2026 – bis dahin hat sich der Markt bereits bewegt.
Die aktuellen Bodenrichtwerte (Stichtag 01.01.2024) spiegeln das Preisniveau von vor 2 Jahren wider. Seitdem haben sich Zinsen, Nachfrage und Baurecht verändert. In vielen Münchner Stadtteilen liegen die tatsächlichen Verkaufspreise bereits 5–10 % über den letzten Richtwerten. Wer auf die nächste offizielle Aktualisierung wartet, verliert womöglich die beste Verkaufsphase. Der Unterschied zwischen Bodenrichtwert und tatsächlichem Marktwert beträgt in München durchschnittlich 45.000 € – eine Summe, die sich lohnt zu kennen.
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Der Bodenrichtwert sagt Ihnen, was Grundstücke im Durchschnitt kosten. Aber Ihr Grundstück ist nicht der Durchschnitt. Über 3.200 Eigentümer in München haben unsere kostenlose Immobilienbewertung bereits genutzt – und erfahren, was ihr individuelles Grundstück tatsächlich am Markt wert ist. Basierend auf aktuellen Verkaufsdaten, nicht auf 2 Jahre alten Richtwerten.
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BORIS Bayern (Bodenrichtwertinformationssystem) ist das kostenlose Online-Portal der bayerischen Gutachterausschüsse. Unter boris-bayern.de können Sie den Bodenrichtwert für jede Adresse abfragen – aufgeteilt nach Nutzungsart (Wohnen, Gewerbe, Misch). Achtung: Die Werte sind Durchschnitte mit Stichtag 01.01.2024 und können vom tatsächlichen Marktwert um 15–30 % abweichen.
In München alle 2 Jahre (letzte Aktualisierung: Stichtag 01.01.2024, veröffentlicht Mai 2024). In schnelllebigen Märkten wie München bedeutet das: Die offiziellen Werte hinken der Realität 12–24 Monate hinterher. Zwischen den Aktualisierungen können sich Marktpreise um 5–15 % bewegen – ein Grund, warum eine aktuelle Markteinschätzung wertvoller ist als der Blick auf den Bodenrichtwert.
Die Geschossflächenzahl (GFZ) gibt an, wie viel Geschossfläche auf einem Grundstück gebaut werden darf (z. B. GFZ 1,2 = 600 m² Geschossfläche bei 500 m² Grundstück). Die Grundflächenzahl (GRZ) begrenzt die überbaubare Fläche (z. B. GRZ 0,4 = max. 200 m² Grundfläche). Höhere GFZ = höherer Grundstückswert – in München kann der Unterschied zwischen GFZ 0,8 und 2,4 den Wert verdreifachen.
Drei Gründe: 1. Zinswende 2022 (von 1 % auf 4 % → verdoppelte Finanzierungskosten). 2. Nachfragerückgang bei Projektentwicklern (−40 % weniger Bauanträge). 3. Unsicherheit durch GEG/Sanierungspflicht. Ergebnis: −20 % bei Wohnbauland seit 2021. Aber: Die Talsohle ist seit Q3/2024 durchschritten – erste Erholungstendenzen sind sichtbar.
Durchschnittspreise 2025 (erschlossenes Wohnbauland): Altstadt-Lehel: 7.500 €/m², Bogenhausen: 4.800 €/m², Schwabing: 4.500 €/m², Sendling: 2.800 €/m², Feldmoching: 1.200 €/m². Für ein 500-m²-Grundstück in mittlerer Lage: 1,0–1,5 Mio. €. Im Umland (30 km): 400–800 €/m².
Es kommt darauf an: Für eine erste Orientierung reicht der Bodenrichtwert + professionelle Markteinschätzung (kostenlos bei FT Immobilien 24). Für Erbschaft, Schenkung, Scheidung oder Finanzamt brauchen Sie ein Verkehrswertgutachten (§ 194 BauGB, Kosten 2.000–5.000 €). Für den Verkauf ist eine aktuelle Marktpreisanalyse wertvoller als ein formales Gutachten.
Bauerwartungsland ist Fläche, die im Flächennutzungsplan als künftiges Bauland vorgesehen ist – aber noch nicht im Bebauungsplan festgesetzt. Der Preis liegt zwischen Ackerland (8–40 €/m²) und Bauland (1.200–7.500 €/m²) – typisch: 100–400 €/m² im Münchner Umland. Bei Umwidmung zu Bauland: Wertsteigerung Faktor 5–20. Risiko: Umwidmung kann Jahre dauern oder scheitern.
Altlasten (Bodenverunreinigungen) senken den Grundstückswert um 20–50 %, in extremen Fällen bis 80 %. In München betroffen: ehemalige Gewerbeflächen, Tankstellen, Gärtnereien, Industriebrachen. Die Sanierung kostet 50–500 €/m² – je nach Schadstoffart. Ein Bodengutachten (1.500–3.000 €) klärt Verdacht. Tipp: Altlastenkataster beim Bayerischen Landesamt einsehen (kostenlos).
Prognose: Ja – ab 2025 moderat (+2–3 %), ab 2026 stärker (+3–5 %). Gründe: Sinkende Zinsen, Wohnungsmangel verschärft sich, Bauland in München physisch begrenzt (310 km² Stadtgebiet), Bevölkerung wächst weiter (+12.000/Jahr). Langfristig (bis 2030): +10–20 % kumuliert. Die aktuelle Korrektur ist eine Kaufgelegenheit für Langfrist-Investoren.
FT Immobilien 24 bietet eine kostenlose Erstbewertung Ihres Grundstücks auf Basis aktueller Vergleichstransaktionen, Bodenrichtwerte und individueller Lagefaktoren. Im Gegensatz zum reinen Bodenrichtwert berücksichtigen wir: GFZ/GRZ, Zuschnitt, Erschließung, Altlasten, aktuelle Nachfrage. Über 3.200 Eigentümer in München haben unsere kostenlose Immobilienbewertung bereits genutzt.
Quellen & Grundlagen: Gutachterausschuss München Grundstücksmarktbericht 2024, Bodenrichtwertkarte München (Stichtag 01.01.2024), §§ 192–199 BauGB (Wertermittlung), ImmoWertV 2021, BORIS Bayern Bodenrichtwertinformationssystem, Bayerisches Landesamt für Umwelt (Altlastenkataster), Statistisches Amt München Bevölkerungsprognose 2030, Bayerische Landwirtschaftskammer Bodenmarktbericht 2024.
Hinweis: FT Immobilien 24 ist ein privates Immobilienunternehmen. Amtliche Bodenrichtwerte erhalten Sie über BORIS Bayern oder den Gutachterausschuss München. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Nutzen Sie unsere kostenlose Immobilienbewertung für eine individuelle Markteinschätzung. Stand: Februar 2026.
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