Aktualisiert: Juli 2026 | Autor: Franco Tortorici, FT Immobilien 24 | Datenbasis: Gutachterausschuss München, eigene Transaktionsdaten | Lesezeit: 8 Min.
Eigentumswohnungen kosten in München Mitte 2026 im Bestand durchschnittlich 8.000 bis 8.700 Euro pro Quadratmeter, Neubau zwischen 10.500 und 13.500 Euro. Nach der Korrektur von 2022 bis 2024 steigen die Preise seit 2025 wieder; für 2027 erwarten wir ein Plus von 2 bis 4 Prozent pro Jahr. Die stärkste Entwicklung zeigen sanierte Altbau- und Dachgeschosswohnungen in Schwabing, Haidhausen und der Maxvorstadt sowie kompakte Zwei- bis Drei-Zimmer-Grundrisse zwischen 55 und 90 Quadratmetern. Unsanierte Nachkriegswohnungen mit Energieklasse F bis H handeln dagegen mit wachsenden Abschlägen.
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Der Münchner Wohnungsmarkt hat die Zinskorrektur verarbeitet und notiert wieder im Aufwärtstrend. Bestandswohnungen wechseln im stadtweiten Mittel für 8.000 bis 8.700 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer – wobei dieser Durchschnitt die tatsächliche Marktrealität eher verschleiert als beschreibt. Zwischen einer unsanierten Siebziger-Jahre-Wohnung am Hasenbergl und einer stuckverzierten Altbau-Etage im Lehel liegt preislich mehr als der Faktor zwei. Neubau bewegt sich zwischen 10.500 und 13.500 Euro pro Quadratmeter, in Premiumprojekten deutlich darüber; der Aufschlag zum Bestand spiegelt Energieeffizienz, Ausstattung und die degressive Abschreibung für Kapitalanleger wider.
Bemerkenswert ist die Transaktionsstruktur: Der Gutachterausschuss registriert seit 2024 wieder deutlich steigende Fallzahlen bei Eigentumswohnungen – der Markt ist liquide, die Preisfindung funktioniert. Die vollständige Einordnung in den Gesamtmarkt bietet unsere München Immobilienmarkt Prognose 2027, die Quartalsentwicklung dokumentieren unsere Quartalsberichte.
Erstens: die Energieklasse. Sie ist neben der Lage zum zweiten dominanten Preisfaktor geworden. Zwischen einer Wohnung in einem energetisch sanierten Haus und dem identischen Grundriss im unsanierten Vergleichsobjekt liegen in München regelmäßig 15 bis 25 Prozent Kaufpreisdifferenz – Käufer rechnen Sanierungskosten, künftige Sonderumlagen und die Finanzierungskonditionen ihrer Bank präzise gegen. Ein aussagekräftiger Energieausweis ist längst Verhandlungsdokument, nicht Formalie.
Zweitens: die Eigentümergemeinschaft. Rücklagenstand, Beschlusslage und Sanierungsplanung der WEG entscheiden mit über den Preis – eine Wohnung in einer gut geführten Gemeinschaft erzielt spürbar mehr als dieselbe Wohnung über einer zerstrittenen Versammlung mit Investitionsstau. Was Käufer im Hausgeld lesen, sollte jeder Verkäufer vorher wissen. Drittens: die Mikrolage – ruhige Seitenstraße gegen Hauptverkehrsachse, Südbalkon gegen Nordhof, drei Gehminuten zur U-Bahn gegen fünfzehn. Viertens: der Grundriss. Effiziente 65 Quadratmeter mit zwei echten Zimmern schlagen verwinkelte 80 Quadratmeter im Preis pro Quadratmeter deutlich.
An der Spitze der Nachfrage stehen sanierte Altbauwohnungen – hohe Decken, Parkett, Stuck – in den Gründerzeitvierteln; ihr Angebot ist endlich, ihre Käuferschicht eigenkapitalstark. Direkt dahinter: Dachgeschosswohnungen mit Terrasse oder Aufzug, das emotionalste Segment des Marktes mit den höchsten Quadratmeterpreisen. Das Volumensegment bilden Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 55 und 90 Quadratmetern, in dem sich Eigennutzer und Kapitalanleger gleichzeitig bewegen – hier ist die Verkaufsdauer am kürzesten. Neubau-Erstbezug profitiert von Energieeffizienz und AfA; Mikroapartments und Ein-Zimmer-Wohnungen leben von der Vermietbarkeit im Expat- und Studentenmarkt. Am schwersten verkäuflich: große, unsanierte Vier-Zimmer-Wohnungen der 1960er/70er in einfachen Lagen. Die Begriffswelt von Penthouse bis Souterrain sortiert unser Überblick Wohnungstypen erklärt.
In der Spitzengruppe – Altstadt-Lehel, Schwabing, Maxvorstadt, Alt-Bogenhausen – kosten sanierte Bestandswohnungen 11.000 bis 14.000 Euro pro Quadratmeter und mehr; Details in unseren Analysen Wohnung verkaufen Altstadt-Lehel und Wohnung verkaufen Schwabing. Das breite Mittelfeld – Haidhausen, Sendling, Neuhausen, Giesing – liegt je nach Objekt zwischen 7.500 und 10.500 Euro; hier reagieren die Preise am direktesten auf die Finanzierungskonditionen. Die Aufholviertel – Milbertshofen-Am Hart, Ramersdorf-Perlach, Feldmoching-Hasenbergl – starten bei rund 6.000 Euro und bieten mit dem U-Bahn-Ausbau das größte relative Potenzial; exemplarisch unsere Analyse Wohnung verkaufen Milbertshofen-Am Hart. Die Mietniveaus je Viertel als Renditebasis liefert der Mietspiegel München.
Ein wachsender Teil des Angebots kommt vermietet auf den Markt – und handelt mit eigenem Preisgefüge. Der Bewertungsabschlag gegenüber der bezugsfreien Wohnung hängt an drei Faktoren: der Differenz zwischen Bestandsmiete und Marktmiete, der Restlaufzeit etwaiger Kündigungssperrfristen und der Frage, ob Eigenbedarf realistisch durchsetzbar wäre. Je größer die Mietlücke, desto kleiner der Käuferkreis – übrig bleiben Kapitalanleger, die auf Mieterwechsel oder langfristige Wertentwicklung setzen. Für Verkäufer heißt das: Die Entscheidung zwischen Verkauf im vermieteten Zustand, einvernehmlicher Mietaufhebung oder Abwarten gehört durchgerechnet, bevor das Exposé entsteht. Die rechtlichen und kommunikativen Fallstricke – vom Vorkaufsrecht bis zur Mieteransprache – behandelt unser Ratgeber Vermietete Wohnung verkaufen in München.
Unser Basisszenario: 2 bis 4 Prozent Preisanstieg pro Jahr im Bestand, Neubau stabil bis leicht darüber. Die Treiber bleiben intakt – Bevölkerungswachstum, eingebrochene Baugenehmigungen, steigende Mieten, die die Kaufen-oder-Mieten-Rechnung Richtung Eigentum verschieben. Die Preisschere nach Energieklasse öffnet sich weiter: Sanierte Objekte in guten Lagen dürften 2027 über ihren alten Höchstständen von 2022 notieren, während unsanierter Bestand real weiter verliert. Wer den Wohnungskauf plant, findet im Ratgeber Wohnung kaufen München die Kaufstrategie; die anfallenden Nebenkosten kalkuliert der Kaufnebenkosten-Rechner.
Verkäufer treffen 2026/2027 auf einen aufnahmefähigen Markt – aber auf informierte Käufer. Der Angebotspreis muss vom ersten Tag an stimmen: Marktgerecht eingepreiste Wohnungen verkaufen in wenigen Wochen bis drei Monaten, überteuerte sammeln Standzeit und verkaufen am Ende darunter. Startpunkt ist eine belastbare Wohnungsbewertung; komplette WEG-Unterlagen und dokumentierte Modernisierungen sind bares Geld. Käufer sollten nicht auf fallende Preise warten, sondern selektieren: Energieklasse, Hausgeld, Rücklagen und Mikrolage entscheiden über die Wertentwicklung mehr als der Kaufzeitpunkt. Für beide Seiten gilt: Sprechen Sie mit uns – unverbindlich und kostenlos.
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Jetzt Ratgeber finden → 100 % kostenlos · keine AnmeldungBestandswohnungen kosten im stadtweiten Mittel 8.000 bis 8.700 Euro pro Quadratmeter, Neubau 10.500 bis 13.500 Euro. Die Spanne reicht von rund 6.000 Euro in einfachen Außenlagen bis über 14.000 Euro für sanierte Altbauwohnungen in Toplagen wie Lehel oder Schwabing.
Sehr wahrscheinlich ja, moderat um 2 bis 4 Prozent pro Jahr. Bevölkerungswachstum, eingebrochene Neubauzahlen und steigende Mieten stützen die Nachfrage. Sanierte Objekte in guten Lagen entwickeln sich überdurchschnittlich, unsanierter Bestand bleibt zurück.
Massiv: Zwischen sanierten und unsanierten Vergleichsobjekten liegen in München regelmäßig 15 bis 25 Prozent Kaufpreisdifferenz. Käufer und Banken preisen Sanierungskosten und künftige Sonderumlagen präzise ein. Die Energieklasse ist neben der Lage der wichtigste Preisfaktor.
Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 55 und 90 Quadratmetern in guten Lagen – dort konkurrieren Eigennutzer und Kapitalanleger gleichzeitig. Marktgerecht eingepreist liegt die Verkaufsdauer bei wenigen Wochen bis etwa drei Monaten.
Eine wachsende: Käufer prüfen Hausgeldhöhe, Rücklagenstand und beschlossene Sonderumlagen der WEG. Eine Wohnung in einer gut geführten Gemeinschaft mit gefüllter Instandhaltungsrücklage erzielt in der Praxis 5 bis 10 Prozent mehr als das Vergleichsobjekt mit Investitionsstau.
Für handlungsbereite Käufer ja: Der Abschlag von 15 bis 25 Prozent plus Sanierungsförderung (KfW, kommunale Programme) kann die Gesamtrechnung besser stellen als der Kauf des sanierten Objekts. Voraussetzung: realistische Kostenschätzung und eine WEG, die Maßnahmen mitträgt.
Bestand bietet Lage und Charakter zum niedrigeren Einstiegspreis, Neubau Energieeffizienz, Gewährleistung und für Anleger die degressive AfA. Rechnet man Energiekosten und Abschreibung ein, steht Neubau-Erstbezug wirtschaftlich oft besser da, als der reine Quadratmeterpreis suggeriert.
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Über diese Analyse: Erstellt von Franco Tortorici, FT Immobilien 24, Immobilienmakler in München seit 2007. Datenbasis: Gutachterausschuss München, Destatis, eigene Transaktionsdaten. Stand: Juli 2026.
Hinweis: Genannte Preisspannen sind Marktdurchschnitte und keine Anlageberatung; der Wert einer konkreten Wohnung sollte individuell ermittelt werden.
